Was ist Clickertraining überhaupt?

Ursprung

Die Idee des Clickertrainings stammt ursprünglich aus der Dressur von Delphinen.

Wie soll man einem Delphin klar machen, dass der eben gezeigte Sprung das Kunststück war, das man ihm beibringen möchte? Das Tier schwimmt viele Meter vom Trainer entfernt im Wasser und kann nicht unmittelbar nach dem Zeigen des Sprungs auf irgendeine Weise belohnt werden. Man kann ihm nicht sofort einen Fisch geben, ihn streicheln oder mit der Stimme loben. Erhält der Trainee (=das trainierte Tier) den Fisch erst, wenn er nach dem Sprung zum Trainer schwimmt, bezieht er die Futtergabe auf das Heranschwimmen und nicht auf das vor kurzem gezeigte Kunststück.

Das Prinzip

Für das Delphintraining entwickelte man so eine Methode, die mit sekundären Verstärkern arbeitet. Ein primärer Verstärker ist aufgrund seiner biologischen Bedeutung etwas natürlich Positives für das Tier, wie etwa Futter oder Zuneigung. Der sekundäre Verstärker wird erst durch die unmittelbare zeitliche und situative Verknüpfung mit dem Futter (also dem primären Verstärker) zu etwas Gutem, welches das Individuum erreichen möchte. Beim Delphintraining ist das Ertönen eines Pfeifsignals während der Ausführung des Kunststücks.

Dieses Signal wird für das Tier ein Zeichen, das ihm vermittelt: „Du hast alles richtig gemacht! Jetzt kannst du herkommen und dir einen Fisch abholen!“. So kann man dem Trainee trotz der Entfernung im richtigen Moment diejenige Verhaltensweise „markieren“, welche man ihm antrainieren wollte. Man pfeift, während sich das Tier im Sprung befindet und erreicht damit, dass der Delphin genau weiß, welches Verhalten zur Belohnung, zunächst durch den primären und dann den sekundären Verstärker führte.

Genauso arbeitet man im Clickertraining, nur dass man statt einer Pfeife durch einen Knackfrosch, einen Kugelschreiber oder einfach mit der Zunge ein Clicken erzeugt, das dem Trainee zeigt: „Das war gut! Jetzt gibt es eine Belohnung!“

Verzicht auf Strafe

Das Tolle und Besondere an dieser Trainingsmethode ist, dass man völlig auf negative Verstärkung, also körperliche oder sonstige Strafen bei „falschem Verhalten“ verzichtet. Springt das Tier aus irgendwelchen Gründen nicht, dann erhält es einfach keine Belohnung, aber auch keine Bestrafung.

Viele Hundetrainer schlagen ihre Tiere oder schreien sie an, wenn sie nicht das gewünschte Verhalten zeigen. Beim Clickertraining hingegen wartet man einfach ab, ignoriert alle anderen Versuche des Tieres und belohnt erst wieder, wenn der Trainee den Sprung zeigt. Aus diesem Grund eignet sich das Training vor allem für sehr sensible und ängstliche Tiere. Sie müssen keine Angst vor Strafen haben und können jedes Verhalten zeigen, wobei natürlich nur das gewünschte verstärkt wird. Das Tier wird dadurch stark motiviert sein, herauszufinden, was „sein“ Mensch von ihm verlangt, damit es eine Belohnung erhalten kann.

Für Interessierte

Verhaltensbiologischer Hintergrund: Beim Clickertraining wird das Verhalten eines Tieres durch positives Verstärken beim operanten Konditionieren in eine gewünschte Richtung geformt. Die Häufigkeit des Auftretens einer Verhaltensweise wird durch die Gabe einer Belohnung erhöht und das Tier lernt aktiv, was es tun soll, um eine positive Verstärkung zu erhalten.

Bildergalerie

Foto Meerschweinchen

Weitere Bilder >>