Trainingsanleitung

1. Schritt

Wie mache ich meinem Meerschweinchen klar, dass das Clicken kein gefährliches Geräusch ist, vor dem man Angst haben muss?

Desensibilisierung

Da die meisten Meerschweinchen bei dem ungewohnten Geräusch des Clickens mit Furcht und durchaus sogar Flucht reagieren, was für das Training nicht zuträglich wäre, wird dieses Geräusch bei allen positiven Ereignissen eingeführt. Die Gabe von Futter und auch die täglichen Streicheleinheiten, werden von nun an stets von Clicken begleitet.

Auf diese Weise verlieren selbst sehr ängstliche Tiere nach einiger Zeit die Scheu vor dem Clicken und lernen, dass dieses mit etwas Positivem verknüpft ist und dass eine Fluchtreaktion einfach nicht angemessen wäre.

2. Schritt

Jetzt soll das Schweinchen das Clicken mit der sofortigen Gabe eines Leckerlis verknüpfen.

Einführung des Clicker-Signals

Das zu trainierende Meerschwein wird von seinen Artgenossen getrennt und alleine auf den Boden gesetzt. Hier sollten mögliche Störgeräusche und Ablenkungen ausgeschlossen sein und es sollte für eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre gesorgt werden. Ziel ist es, dass das Tierchen lernt, den Click mit der anschließenden Belohnung zu verbinden. Als Belohnung wählt man am besten die Leibspeise des Tieres, in möglichst kleinen, mundgerechten Stücken, die schnell verzehrt werde können, um den Lerneffekt nicht zu behindern. Nun erzeugt man das Clicken und verabreicht dem Meerschweinchen die Belohnung. Dies sollte möglichst zeitnah geschehen, damit eine Verknüpfung zwischen dem Geräusch und der Futtergabe entstehen kann. Ist der zeitliche Abstand zu groß, verbindet das Tier das erhaltene Leckerli nicht mit dem Clicken und es entsteht auch kein Lerneffekt.

Foto von Hammy und der Futterdose

Nach einiger Zeit, zeigt das Schweinchen dann erstmals, dass es sowohl Clicken als auch Leckerli assoziiert hat. Man kann dies daran erkennen, dass es direkt nach dem Erklingen des Click-Signals, sofort nach seiner Belohnung zu suchen beginnt und sich hektisch umblickt, wo sein Futter bleibt. Auch wenn das Tier etwas länger braucht, sollte man konsequent dabei bleiben. Irgendwann stellt jedes der Tiere die gewünschte Verknüpfung her.

Wenn Schritt 2 erstmal erfolgreich war, hat man schon einen großen Fortschritt gemacht und den ersten, interessanteren Kunststücken steht nichts mehr im Wege.

3. Schritt

Nun soll Ihr Meerschweinchen lernen, einem von Ihnen gewählten Ziel mit der Nase zu folgen.

Targettraining

Als Target (engl.: Ziel) wählt man am besten einen relativ großen, dem Meerschwein bekannten Gegenstand. Ich entschied mich für eine große, rote Futterdose, da die Tiere damit immer etwas Positives verbinden und sich dieser ganz ohne Scheu nähern. Ziel dieser Übung ist es, dem Tierchen das Berühren und Folgen des Gegenstandes beizubringen.

Hierzu stelle ich die Dose neben das Tier und warte, bis es neugierig daran zu schnuppern beginnt. Wichtig ist es nun, in exakt jenem Moment zu clicken, in welchem das Schweinchen mit seiner Nase die Dose oder den gewünschten Gegenstand berührt. Erst danach erhält es einen Click und die Belohnung. Auch hier ist die zeitliche Nähe zwischen dem Berühren der Dose, dem Clicken und dem Leckerli von immenser Bedeutung. Ohne diese funktioniert die Übung nicht, und das Tier wird lediglich verwirrt.

Nach einigen Wiederholungen, in welchen das Schweinchen anfangs rein zufällig die Dose mit der Nase berührt, wird es den Zusammenhang erkennen: sobald es mit der Nase an dem Target schnuppert wird es eine Belohnung erhalten. Bald kann es diese Übung auch dann, wenn sich die Dose oder der Gegenstand an einem anderen Ort befindet, da es seinem Target folgen wird, um eine Belohnung zu erreichen.

Weitere Kunststücke und Anregungen zum Training finden Sie in meinem Buch zum Clickern

Bildergalerie

Foto Meerschweinchen

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