Erfahrungsberichte

Fritzi

Zu meinem 10ten Geburtstag bekam ich ein junges Meerschweinchen, welches ich Fritzi nannte, geschenkt.

Er war von Anfang an ein sehr aufgewecktes und intelligentes Kerlchen. Bald merkte ich, dass man sich mit ihm beschäftigen muss, da er sonst aus Langeweile jede Menge Blödsinn anstellte. Da er aus seinem Stall (trotz Bücher auf dem Deckel) wann immer er wollte (und das war sehr oft) ausbrechen konnte, lief er, wenn ich in der Schule war im ganzen Haus herum und schaffte es sogar, in mein Bett zu krabbeln.

Ich beschloss, seine Intelligenz zu nutzen und brachte ihm (ohne Clickertraining, da ich das damals noch nicht kannte) zahlreiche Kunststücke bei, welche meine jetzigen Meerschweinchen auch können. Da Fritzi außerdem sehr verfressen war, tat er für eine Futter-Belohnung nahezu alles.

Nicky

Nachdem Fritzi zu meinem großen Bedauern gestorben war, bekam ich Nicky als junges Tier vermittelt. Da dieser von anderen Meerschweinchen in seinem vorherigen Zuhause schlimm zerbissen wurde, war er ein sehr ängstliches und scheues Tier. Gerne hätte ich ihm auch die tollen Kunststücke beigebracht, die Fritzi konnte, aber Nicky saß nur steif auf dem Fußboden und rührte sich kein bisschen. Er verfiel, sobald man sich ihm näherte, in Angststarre.

Foto Meerschweinchen Nicky

Zu diesem Zeitpunkt entdeckte ich das Clickertraining und probierte es mit Nicky aus. Am Anfang zuckte er bei jedem Click zusammen und wollte auch kein Leckerli annehmen, aber mit der Zeit merkte er, dass ihm nichts passierte und er nahm das Futter an. Bald bewegte er sich auch selbständig in meine Richtung, sobald er das Click-Signal vernahm. Von diesem Zeitpunkt an lernte Nicky Tricks, wie durch ein Rohr laufen, ein Target (engl: Ziel) zu berühren und diesem mit dem Näschen zu folgen.

Im Laufe des Trainings wurde er immer zutraulicher und mutiger. Nach einigen Wochen taute er richtig auf und lernte mir zu vertrauen. Nicky hatte sich komplett verändert und ist ein richtig tolles Haustier geworden, mit dem man viel Spaß haben konnte. Ohne diese Trainingsmethode hätte das wahrscheinlich nicht so schnell geklappt.

Pitt

Damit Nicky nicht so alleine war, kaufte ich im Zoogeschäft einen kleinen Kumpel für ihn.

Pitt war von Anfang an ein sehr mutiges und selbständiges Meerschweinchen. Daher klappte das Clickertraining mit ihm von Anfang an richtig gut. Das einzige Problem war, dass Pitt sich überhaupt nicht lange auf eine Sache konzentrieren konnte und dann lieber im Zimmer rumschnüffelte. Das war für die Arbeit mit ihm natürlich nicht sehr zuträglich. Trotzdem blieb ich geduldig und nach einiger Zeit lernte Pitt, dass das Training Spaß macht.

Von da an war er mit Begeisterung dabei und musste sogar gebremst werden, um eine Überanstrengung zu vermeiden. Neue Kunststücke lernte er sehr schnell und mit Begeisterung. Mit Pitt trainierte ich richtig gerne, da auch ich durch ihn viel über das Clickern lernte. Clickte ich nicht zum richtigen Zeitpunkt, oder verlangte ich zu schwere Kunststücke, hatte Pitt keine Lust mehr und ging. Wir lernten also voneinander.

Hammy

Nach Nickys frühem Krebstod, kaufte ich den wenige Monate alten Hammy in einem Zoogeschäft. Dieses Meerschwein ist sehr, sehr selbstbewusst und muss wirklich beschäftigt werden. Er steckt voller Energie und jeder Menge Blödsinn. Außerdem hat er einen unheimlichen Bewegungsdrang und kriegt die Krise, wenn ich mal keine Zeit habe, ihn zu bespaßen.

Foto Meerschweinchen Hammy

Hammy zu trainieren war am Anfang anstrengend. Er rannte ständig weg, kam wieder und wollte ein Leckerli, ging zum Stall und besuchte Pitt, kaute an meinen Schuhen, verließ das Zimmer, oder krabbelte unter dem Schreibtisch herum. Sich auf etwas zu konzentrieren fand er überflüssig und langweilig. Wenn er ein neues Kunststück nicht verstand, suchte er sich eine neue Beschäftigung, wie dem Versuch, hinter mein Bett zu kriechen. Folglich konnte ich nur sehr kurze Trainingseinheiten bei ihm durchführen. Obwohl ich manchmal sehr viel Geduld aufbringen musste, blieb ich am Ball und Hammy merkte schließlich, wie viel Spaß Clickertraining macht und gab sich mehr Mühe.

Inzwischen ist er ein richtiger Profi und beherrscht alle Tricks perfekt. Manchmal ist er so motiviert, dass man ihn beim Training regelrecht bremsen oder sogar stoppen muss, da er sonst über seine körperliche Belastbarkeit hinaus arbeitet. Aufgrund seiner Aufgeschlossenheit, hat er auch kein Problem damit, wenn Kameraleute in meinem Zimmer sitzen und ihn beim Training filmen wollen. Ich habe sogar das Gefühl, dass er die Aufmerksamkeit genießt und es toll findet, wenn so viele Menschen anwesend sind und ihn bewundern. Die Filme sind der Beweis, mit welcher Freude Hammy seine Tricks zeigt.

Anton

Der kleine Anton ist ein Notmeerschweinchen und der Nachfolger von Pitt, welcher leider im Jahr 2009 gestorben ist. Ich bekam ihn von einer Studentin aus Nürnberg vermittelt, welche in ihrer Wohnung Meerschweinchen aufnimmt, die keiner mehr will und sie somit vor dem sicheren Tod rettet. Von ihr erfuhr ich, dass der kleine Anton beinahe als Tierfutter im Nürnberger Tiergarten geendet wäre. Bei mir und Hammy hat er nun eine Clickertraining-Karriere vor sich und war sogar schon im Fernsehen.

Er ist ein schüchternes und scheues kleines Kerlchen, das sich noch nichts zutraut. Ich hoffte, dass er im Laufe des Trainings ein bisschen auftaut und in die Fußstapfen von seinem Vorbild Hammy treten kann. Wir übten natürlich fleißig und ich habe auch bei Anton eine Veränderung in seinem Charakter bemerkt. Er ist nicht mehr ganz so ängstlich und freut sich auf das Training. Während Hammy trainieren darf, muss Anton im Stall sitzen und wird ganz augeregt, weil er das Clicken hört und er sich auch ein paar Leckerlis verdienen möchte. Wenn er dann auch mitmachen darf, ist er glücklich und zufrieden.

Anton ist nach wie vor ein eher vorsichtiges Schweinchen, und es kann passieren, dass er plötzlich mitten in einer Übung "vergisst", was er gerade tun soll. Doch mit ein bißchen Hilfe bekommt auch er seine Erfolgserlebnisse, die zwar mit Hammys Tricks nicht mithalten können, ihn aber trotzdem glücklich und mich stolz machen.

Timmy

Der kleine Timmy ist seit Anfang letzten Jahres der dritte im Bunde und eigentlich gar nicht mehr so klein. Er ist eher zufällig zu unserer kleinen Gruppe gestoßen, da seine Besitzerin ihre Schweine abgeben musste, über die Fersehsendungen auf uns aufmerksam wurde und auf Vermittlung durch mich hoffte. Doch da er sich so gut in die Gruppe einfügte, durfte er bleiben.
Timmy ist Hammy in seinem Wesen nicht unähnlich (zusammen sind sie gerne als "die beiden Terrorbrüder" unterwegs mit jeder Menge Blödsinn im Kopf) und zeigte von Anfang an wenig Scheu vor dem Training. Bei Timmy probierte ich das sogenannte Modell-Lernen aus, d.h. während Hammy bzw. Anton trainierten, durfte Timmy ebenfalls durchs Zimmer laufen.  Rasch interessierte er sich für die Leckerlis und fragte sich, warum die anderen beiden welche bekamen und er nicht. Nach kurzer Zeit verstand er den Zusammenhang zwischen den Trainingsgegenständen und dem Futter. Nun begann er, den jeweiligen Trainee nachzuahmen, sprich ihm die Gegenstände, für die es ja Futter gab, wegzunehmen. Somit war die Grundlage des Trainings schon sehr früh gelegt.
Timmy ist heute ein sehr eifriger und konzentrierter "Clickerer" mit relativ rascher Auffassungsgabe. Anders als Hammy (Maul/Nase) und Anton (Füße) hat er keine besonderen Vorlieben, was das Bearbeiten eines Gegenstandes betrifft, so dass er beispielsweise den Ball sowohl mit der Nase rollen als auch mit dem Füßchen kicken kann.

Bildergalerie

Foto Meerschweinchen

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